Bio - Alles eine Frage der Haltung

Bio - Alles eine Frage der Haltung

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„Wie kann Honig denn Bio sein? Bienen fliegen doch, wohin sie wollen und nicht gezielt auf Bio-Pflanzen?!“

Diese oder ähnliche Fragen in diese Richtung werden uns immer wieder gestellt.

 

Bienen lassen sich nicht erziehen und auf ökologisch bewirtschaftete Pflanzen trainieren. Jedoch suchen sie sich stets die beste, reichhaltigste Sammelstelle für Nektar und Pollen aus. Im Idealfall ist diese im näheren Umkreis des Bienenvolkes, etwa im Radius von drei Kilometern.

Jetzt kommt der Mensch ins Spiel: Wo platziere ich am besten meine Bienenvölker? In der Bio-Imkerei achten wir besonders darauf, dass im Umfeld der Bienen beste Bedingungen herrschen: Streuobstwiesen, Hecken, alter Baumbestand und eben ökologisch bewirtschaftete Flächen.

Unser Bundesland Bayern ist seit 2014 gentechnikfrei, ganz Deutschland aber hingegen nicht.  So kann man als verantwortungsbewusster Konsument eigentlich nur bei Bio-Honig auf vollständige Natürlichkeit ohne Gentechnik vertrauen.

 

Rahmen und Rähmchen

Es sind die Rahmenbedingungen, die eine Bio-Imkerei ausmachen. Die Bienen dürfen nur in Kästen – sogenannten Beuten – aus natürlichen Materialien gehalten werden. Das ist bei uns, wie bei vielen anderen Imkereien, Holz. Auch unsere Rähmchen in den Kästen sind hölzern.

Künstliche Materialien wie Plastik und Styropor sind nicht erlaubt – und passen ehrlich gesagt ja auch gar nicht in das natürliche Umfeld der Bienen.

 

 Biene auf Rähmchen Immenstube

 

Kreislaufwirtschaft

Die Bienen, die in ihrem Lebenszyklus gerade für das Bauen im Stock zuständig sind, produzieren bei warmen Temperaturen täglich wenige Wachsplättchen und verwenden diese für den Ausbau im Bienenstock. Bei der Honigernte und auch während des Bienenjahres fällt immer wieder Wachs an, welches die Bienen nicht mehr benötigen. Dieses wird dann von der Imkerei gereinigt und wiederverwendet.

Um als "Bio" zu gelten, muss das Bienenwachs regelmäßig im Labor auf Rückstände untersucht werden. Bio-Bienenwachs muss nämlich selbstvertändlich frei von jeglicher Art Pestizide, Herbizide oder Medikamenten sein.

 

Hilfe für die Bienen

Bei der Behandlung von Bienenkrankheiten, wie etwa der von allen Imkern gefürchteten Varroamilbe, sind nach der Bio-Verordnung nur wenige Mittel und Maßnahmen zugelassen.

In der Immenstube arbeiten wir mit einem Hyperthermie-Verfahren und versuchen damit, auch die Verwendung der zugelassenen Präparate zu reduzieren.

 

Thermische Varroabehandlung Immenstube

 

Der große Hunger in der kalten Jahreszeit

… oder auch die Winterfütterung. Bei der Honigernte verbleibt ein Teil des Honigs im Bienenstock als Vorrat für die trachtlose Zeit. Ab Spätsommer beginnt die Imkerei dann zuzufüttern: Die Bienen bekommen zusätzlich zu ihrem eigenen Honig noch Zuckersirup .

In unserem Fall als Bio-Imkerei bedeutet das, dass wir Bio-Zucker verwenden – natürlich regionalen aus Bayern.

 

Bio Futtersirup Immenstube

Bio-Imkereien unterstützen somit auch auf diese Art und Weise auch den pestizid- und gentechnikfreien Bio-Anbau von Zuckerrüben.

 

Und wer kontrolliert das alles?

Jeder Bio-Betrieb wird jährlich durch eine Zertifizierungsstelle genauestens unter die Lupe genommen.

Die Immenstube wurde seit 2012 durchgehend ohne Beanstandung rezertifiziert. Unsere aktuellen Zertifikate kannst du hier einsehen.

Diese Kontrollen und Zertifizierungen kosten natürlich Geld – und das nicht wenig. Dies spiegelt sich dann auch im Preis des Bio-Honigs im Vergleich zu konventionellem wieder. Die Bienenhaltung nach Bio-Richtlinien ist kostspieliger, aber eben auch nachhaltiger.

Das ist es uns in der Immenstube auf jeden Fall wert. Wir haben nur eine Erde und wir wollen diese ein bisschen besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben.

 

Warum sollte ich Bio-Honig kaufen?

Wenn du Bio-Honig kaufst, unterstützt du indirekt auch die ökologische Landwirtschaft. Am besten erwirbst du deinen Honig zudem noch bei einer regionalen Bio-Imkerei, um den Co2 –Fußabdruck möglichst gering zu halten. Gegen ein leckeres Mitbringsel aus dem Urlaub spricht natürlich auch nichts 😉

 

Bio in der Immenstube

Am Ende wollen wir noch kurz erzählen, warum wir uns von Anfang an für die Bio-Imkerei entschieden haben: Wir beide (Steffi und Philip) sind im wunderschönen Ostallgäu aufgewachsen und schätzen bis heute die wunderbare Vielfalt unserer Landschaft. Unsere beider Erziehung lehrte uns den achtsamen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde. Wir versuchen diese Haltung unseren drei Kindern weiterzugeben und möchten dies mit der Immenstube auch im weiteren Umfeld tun, denn:

 

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten

viele kleine Dinge tun,

können sie das Gesicht der Welt verändern.

 

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